forsa-Studie 2024

Glücksspielsurvey 2024

Repräsentative Wiederholungsbefragung von forsa zum Glücksspielverhalten und zur Glücksspielstörungen in Deutschland mit 11.503 Befragten.

11.503
Befragte Personen
(16 bis 70 Jahre)
95,5 %
unproblematische Spieler
oder Nichtspieler
0,28 %
wahrscheinlich pathologisches
Spielverhalten
Hintergrund

Glücksspiel: Populäres Vergnügen – nur wenige erweisen sich als problematische Spieler

Etwa 80 Prozent der Menschen zwischen 16 und 70 Jahren in Deutschland haben im Laufe ihres Lebens schon einmal Glücksspiel gespielt, fast jeder zweite (43 Prozent) auch innerhalb der letzten zwölf Monate. Dies geht aus dem „Glücksspielsurvey 2024" hervor, einer repräsentativen telefonischen Befragung unter 11.503 Personen, die forsa im Auftrag des Verbands der Deutschen Automatenindustrie (VDAI) durchgeführt hat.

Die aktuelle Untersuchung schreibt eine Studienreihe zum Thema „Glücksspielverhalten und Glücksspielsucht" in Deutschland fort, die zwischen 2007 und 2019 in der Verantwortung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in zweijährigen Abständen durchgeführt wurde. Nach nun fünfjähriger Pause und dazwischenliegender Corona-Pandemie zeigt sich in der aktuellen Untersuchung keine Veränderung im Anteil der „problematischen" oder sogar „wahrscheinlich pathologischen" Spielerinnen und Spieler.

Lediglich 0,37 bzw. 0,28 Prozent aller Befragten fallen nach SOGS-Klassifikation in die Kategorien „problematisch" bzw. „wahrscheinlich pathologisch". 2019 lagen die entsprechenden Anteile bei 0,39 bzw. 0,34 Prozent. Über 95 Prozent der Befragten sind unproblematische Spielerinnen und Spieler oder spielen gar nicht.

Im Rahmen der Untersuchung „Glücksspielverhalten und Glücksspielsucht" werden seit 2007 das Wissen, die Einstellungen und das Risikobewusstsein der Bevölkerung auf einer breiten Datenbasis untersucht. Ein wesentliches Ziel der aktuellen Untersuchung bestand darin, zu überprüfen, ob sich das Glücksspielverhalten der Bevölkerung und insbesondere der Anteil der problematischen Glücksspieler in den letzten Jahren verändert hat.

Nach dem Rückzug der BZgA (jetzt BIÖG) als Trägerin der Studienreihe wurde die aktuelle Untersuchung vom VDAI finanziert. Dabei wurde das bisherige Studiendesign vollständig beibehalten, um eine wissenschaftlich seriöse Fortschreibung der bisherigen Zeitreihen zu gewährleisten. Die Vergleichsdaten stehen interessierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im GESIS-Datenarchiv auch für eigene, vertiefende Untersuchungen kostenfrei zur Verfügung.

Zentrale Ergebnisse

Die wichtigsten Befunde im Überblick

Lebenszeitprävalenz

Vier Fünftel (80 %) der Befragten geben an, im Laufe ihres Lebens mindestens einmal ein Glücksspiel gespielt zu haben. Der abnehmende Trend zwischen 2007 und 2019 hat sich nicht fortgesetzt – im Vergleich zu 2019 ist der Anteil leicht angestiegen.

12-Monats-Prävalenz

43 Prozent der Befragten haben in den letzten 12 Monaten mindestens ein Glücksspiel gespielt. Im Langzeitvergleich 2007 bis 2024 bleibt ein abnehmender Trend feststellbar, jedoch liegt die 12-Monatsprävalenz 2024 etwas höher als 2019.

Spielfrequenz

Etwas mehr als 8 Prozent der Befragten haben mindestens zwei- bis dreimal im Monat gespielt. Dieser Anteil ist im Untersuchungszeitraum 2007 bis 2024 für Männer und Frauen signifikant gesunken.

Nutzung Informationsangebote

Was die Medien- und Informationsangebote der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA, jetzt BIÖG) zu den Gefahren des Glücksspiels anbelangt, ist der Anteil derjenigen, die deren Internetangebote und Telefonberatung kennen, zwischen 2011 und 2024 signifikant gestiegen.

Geschlechterunterschiede

Der Anteil der Männer mit Glücksspielerfahrung ist in den Altersgruppen bis 55 Jahre signifikant höher als bei Frauen. Auch unter Mehrfachspielenden und bei hoher Spielfrequenz sind Männer häufiger vertreten.

Risikowahrnehmung

Rund drei Viertel (72 %) der Befragten sind über irgendein Medium auf die Gefahren des Glücksspiels aufmerksam geworden. Knapp ein Viertel kennt eine Beratungsstelle, ein Zehntel ein Beratungstelefon.

SOGS-Klassifikation

Glücksspielverhalten im Zeitvergleich

Die Klassifizierung nach dem South Oaks Gambling Screen (SOGS) zeigt, dass sich die Anteile problematischer und pathologischer Spieler seit 2019 nicht signifikant verändert haben. Für den Anteil „auffälligen" Spielverhaltens lässt sich über den Gesamtzeitraum 2009 bis 2024 sogar ein rückläufiger Trend nachweisen.

Klassifikation 2009 2011 2013 2015 2017 2019 2024
Unproblematisch 93,09 % 93,54 % 94,42 % 94,80 % 95,40 % 95,74 % 95,53 %
Auffällig / risikoreich 5,82 % 5,46 % 4,07 % 4,41 % 3,73 % 3,52 % 3,82 %
Problematisch 0,64 % 0,51 % 0,69 % 0,42 % 0,56 % 0,39 % 0,37 %
Wahrscheinlich pathologisch 0,45 % 0,49 % 0,82 % 0,37 % 0,31 % 0,34 % 0,28 %

Basis: inklusive Nichtspieler | Angaben in Prozent | Quelle: forsa Glücksspielsurvey 2024, Vergleichswerte aus BZgA-Forschungsberichten

Methodik

Angaben zur Durchführung der Studie

Auftraggeber
VDAI Verlags- und Veranstaltungsgesellschaft mbH
Durchführung
forsa Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH
Methodik
Repräsentativbefragung der 16- bis 70-jährigen Bevölkerung in Deutschland
Erhebungsverfahren
Computergestützte Telefoninterviews (CATI)
Stichprobe
11.503 Befragte (Dual-Frame: Festnetz & Mobilfunk)
Befragungszeitraum
18. Januar bis 23. Mai 2024
Gewichtung
Nach Region, Alter, Geschlecht und Schulbildung (amtliche Statistik)
Zeitvergleich
Vergleichswerte 2007–2019 aus BZgA-Forschungsberichten
Publikationen

Studie herunterladen

Die vollständigen Ergebnisse des Glücksspielsurveys 2024 stehen als PDF-Dokumente zum Download bereit.

Kurzfassung
Medieninformation mit den wichtigsten Ergebnissen der forsa-Studie zum Glücksspielverhalten und zur Glücksspielsucht 2024.
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Zentrale Befunde
Ausführliche Darstellung aller zentralen Ergebnisse der Studie 2024 inklusive Zeitvergleich 2007–2024.
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