Repräsentative Wiederholungsbefragung von forsa zum Glücksspielverhalten und zur Glückspielstörungen in Deutschland mit 11.500 Befragten.
Rund 82 Prozent der Menschen zwischen 16 und 70 Jahren in Deutschland haben im Laufe ihres Lebens schon einmal Glücksspiel gespielt, gut vier von zehn (42 Prozent) auch innerhalb der letzten zwölf Monate. Dies geht aus dem „Glücksspielsurvey 2026" hervor, einer repräsentativen telefonischen Befragung unter 11.500 Personen, die forsa im Auftrag des Verbands der Deutschen Automatenindustrie (VDAI) durchgeführt hat.
Die aktuelle Untersuchung schreibt eine Studienreihe zum Thema „Glücksspielverhalten und Glücksspielsucht" in Deutschland fort, die zwischen 2007 und 2019 in der Verantwortung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in zweijährigen Abständen durchgeführt wurde. Auch in der aktuellen Erhebung zeigt sich gegenüber der Vorgängerbefragung 2024 keine Veränderung im Anteil der „problematischen" oder sogar „wahrscheinlich pathologischen" Spielerinnen und Spieler.
Im Rahmen der Untersuchung „Glücksspielverhalten und Glücksspielsucht" werden seit 2007 das Wissen, die Einstellungen und das Risikobewusstsein der Bevölkerung auf einer breiten Datenbasis untersucht. Ein wesentliches Ziel der aktuellen Untersuchung bestand darin, zu überprüfen, ob sich das Glücksspielverhalten der Bevölkerung und insbesondere der Anteil der problematischen Glücksspieler in den letzten Jahren verändert hat.
Nach dem Rückzug der BZgA (jetzt BIÖG) als Trägerin der Studienreihe wurde die aktuelle Untersuchung vom VDAI finanziert. Dabei wurde das bisherige Studiendesign vollständig beibehalten, um eine wissenschaftlich seriöse Fortschreibung der bisherigen Zeitreihen zu gewährleisten. Die Vergleichsdaten stehen interessierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im GESIS-Datenarchiv auch für eigene, vertiefende Untersuchungen kostenfrei zur Verfügung.
Gut vier Fünftel (81,8 %) der Befragten geben an, im Laufe ihres Lebens mindestens einmal ein Glücksspiel gespielt zu haben. Der abnehmende Trend zwischen 2007 und 2019 hat sich nicht fortgesetzt – im Vergleich zu 2019 und 2024 ist der Anteil leicht angestiegen.
42 Prozent der Befragten haben in den letzten 12 Monaten mindestens ein Glücksspiel gespielt. Im Langzeitvergleich 2007 bis 2026 bleibt ein abnehmender Trend feststellbar, jedoch liegt die 12-Monatsprävalenz 2026 etwas höher als 2019. Gegenüber 2024 hat sie sich nicht signifikant verändert.
2026 kennen 21,1 % der Befragten eine Beratungsstelle und 8,6 % ein Beratungstelefon für Probleme durch Glücksspiel. Nach dem deutlichen Anstieg zwischen 2007 und 2013 ist die Bekanntheit beider Angebote seit dem Höchststand 2015 (25,9 % bzw. 10,9 %) wieder rückläufig.
Der Anteil der Männer mit Glücksspielerfahrung ist in den Altersgruppen bis einschließlich 55 Jahre signifikant höher als bei Frauen. Auch die 12-Monats-Prävalenz liegt bei Männern über alle Altersgruppen hinweg signifikant höher.
Die Klassifizierung nach dem South Oaks Gambling Screen (SOGS) zeigt, dass sich die Anteile problematischer und pathologischer Spieler gegenüber der Vorgängererhebung 2024 nicht signifikant verändert haben. Für den Anteil „auffälligen" bzw. „problematischen" Spielverhaltens lässt sich über den Gesamtzeitraum 2009 bis 2026 sogar ein rückläufiger Trend nachweisen; für den Anteil „wahrscheinlich pathologischen" Spielverhaltens ist kein signifikanter Trend feststellbar.
| Klassifikation | 2009 | 2011 | 2013 | 2015 | 2017 | 2019 | 2024 | 2026 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Unproblematisch | 93,09 % | 93,54 % | 94,42 % | 94,80 % | 95,40 % | 95,74 % | 95,53 % | 96,23 % |
| Auffällig / risikoreich | 5,82 % | 5,46 % | 4,07 % | 4,41 % | 3,73 % | 3,52 % | 3,82 % | 3,12 % |
| Problematisch | 0,64 % | 0,51 % | 0,69 % | 0,42 % | 0,56 % | 0,39 % | 0,37 % | 0,40 % |
| Wahrscheinlich pathologisch | 0,45 % | 0,49 % | 0,82 % | 0,37 % | 0,31 % | 0,34 % | 0,28 % | 0,25 % |
Basis: inklusive Nichtspieler; n = 11.432 (2026) | Angaben in Prozent | Quelle: forsa Glücksspielsurvey 2026, Vergleichswerte bis 2019 aus BZgA-Forschungsberichten
Die vollständigen Ergebnisse des Glücksspielsurveys 2026 stehen als PDF-Dokumente zum Download bereit.